Kozyrev-Experimente

Nach einem elfjährigen Aufenthalt in einem stalinistischen Konzentrationslager führte der russische Astronom und Astrophysiker Nikolai A. Kozyrev (1908-1983) ab 1951 eine Serie von kontroversen Experimenten durch, seit den 1970er Jahren in Zusammenarbeit mit Dr. V. V. Nassonov. Kozyrev entwickelte eine Reihe verschiedener Detektoren, di e auf der Basis von Rotations- und Vibrationseffekten einen „Zeitfluss“ anzeigen sollten. Der russische Astrophysiker hatte in seiner „Kausalen Mechanik“ postuliert, dass die Zeit eine Art von Energie sei, die immer in Bewegung und an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeitpunkten in unterschiedlicher Konzentration anwesend sei. Materie zeige eine Wechselwirkung mit dieser Energie; sie verhalte sich wie ein Schwamm, der diese Energie speichert und unterbestimmten Bedingungen wieder freigibt. Unter den Einflüssen, die das nach Auffassung von Kozyrev bewirken können, sind z.B.:

  • Deformationen eines Objektes
  • Auftreffen eines Luftstrahls auf ein Hindernis
  • Betätigung einer Sanduhr
  • Absorption von Licht
  • Reibung
  • Verbrennung
  • Handlungen eines Beobachters, wie z.B. eine Kopfbewegung
  • Erwärmung oder Abkühlung eines Objektes
  • Phasenübergänge in Substanzen (Auftauen, Verdampfen etc.)
  • Lösung und Mischung von Substanzen
  • Langsames Absterben von Pflanzen
  • Eine nicht-optische Strahlung, die von astronomischen Objekten ausgehen soll
  • Plötzliche Veränderungen im menschlichen Bewusstsein

Zeitenergie kann nach Kozyrev absorbiert, abgeschirmt und reflektiert werden.
Als Detektoren verwendete Kozyrev u.a.:

Torsionswaagen, rotierende Gyroskope, asymmetrisch schwingende Pendel, elektrische Widerstände (Veränderung der Leitfähigkeit), Quecksilber-Thermometer, Quarz-Oszillatoren, Thermokopplungen (elektrisches Potential), eine Veränderung der Viskosität von Wasser, Mischung von warmem und kaltem Wasser, Photoelektrische Zellen (elektrische Arbeit), die Reaktionsrate von chemischen Gemischen (z.B.
Beloussov-Zhabotinsky-Effekt), Wachstum von Bakterien und Pflanzen

Zur Vorbereitung der Versuche wurden einige Originalberichte von Nikolai A. Kozyrev und M. M. Lavrentiev et al. [1990a,b, 1991, 1992] studiert. Um die Arbeiten des russischen Forschers nachvollziehen zu können, begannen wir mit dem Nachbau von Kozyrev-Detektoren, wie sie im Artikel von Alexander P. Levich [1996] beschrieben sind. Bei einem Symposium in Einsiedeln im Oktober 2009 lernten wir Prof. Fyodor Kozyrev kennen, den Sohn von Nikolai A. Kozyrev, der uns in der Folge vom 6.-9. März 2010, zusammen mit Mikhail Vorotkov, dem ehemaligen Assistenten seines Vaters, in unserem Labor in Berlin besuchte und uns nach der Vorführung der von uns gebauten Detektoren und anschließenden gemeinsamen Experimenten viele Hinweise und Kommentare lieferte, die für die weitere Arbeit sehr wertvoll waren.

Technische Aufbauten

Aufbauend auf dem Artikel von A. P. Levich [1996] wurden verschiedenen Kozyrev-Detektoren aufgebaut, in erster Linie analoge und digitale Widerstandsdetektoren und Torsionswaagen.


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